Im Jahr 1945 soll die US-Regierung unter dem Decknamen Operation Paperclip mehr als 1.600 deutsche Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker außer Landes gebracht haben — darunter ehemalige SS-Mitglieder, deren NS-Vergangenheit im Rahmen des Programms aktiv aus den Akten getilgt worden sein soll.
Wernher von Braun — späterer Direktor des NASA Marshall Space Flight Centers und Architekt der Saturn-V-Rakete, die die Apollo-Missionen trug — soll SS-Sturmbannführer gewesen sein und von der Verwendung von KZ-Häftlingen als Zwangsarbeiter in der V2-Produktion gewusst haben. Diese Vergangenheit soll für die Zwecke des Kalten Krieges als verzichtbare Information betrachtet worden sein.
Ein internes JIOA-Memo soll die Anweisung enthalten haben, belastende politische Informationen aus den Personalakten zu entfernen, bevor diese dem State Department vorgelegt wurden. Entsprechende Dokumente sollen im National Security Archive zugänglich sein.
Was könnte mitgebracht worden sein?
Die offizielle Geschichte endet bei Raketentechnik. Einige Forschende stellen jedoch die weitergehende Frage: Welche Art von Forschung betrieb das Dritte Reich in seinen letzten Jahren tatsächlich — und welcher Teil davon könnte in abgeschirmten US-Laboren weitergeführt worden sein?
Berichte über das Projekt Haunebu — angeblich ein NS-Programm zur Erforschung diskusförmiger Fluggeräte — kursieren seit Jahrzehnten. Ob diese Pläne jemals Fort Bliss, Texas, erreichten und ob entsprechende Forschungen in Wright-Patterson oder anderswo weitergeführt wurden, lässt sich aus öffentlichen Akten nicht belegen. Was sich belegen lässt: Es wurde nicht alles freigegeben.
Quellen: Wikipedia · US National Archives · National Security Archive